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Strategy Map: Definition, Aufbau & Anwendung
  • 16 Mar, 2026
  • Strategic Design
  • By Roberto Ki

Strategy Map: Definition, Aufbau & Anwendung

tl;dr

  • Eine Strategy Map ist eine visuelle Darstellung der Ursache-Wirkungs-Ketten zwischen strategischen Zielen entlang der 4 Balanced-Scorecard-Perspektiven — sie zeigt, wie Investitionen in Kompetenzen über Prozesse zu Kundenzufriedenheit und Finanzergebnissen führen.
  • Ohne Strategy Map bleibt die Balanced Scorecard eine Sammlung isolierter Kennzahlen — die kausalen Zusammenhänge bleiben unsichtbar.
  • Die Strategy Map am strategischen Hebelpunkt — der Punkt in der Ursache-Wirkungs-Kette, an dem eine Verbesserung die größte Hebelwirkung auf das Finanzergebnis hat — fokussiert Investitionen und Maßnahmen.

Was ist eine Strategy Map?

Eine Strategy Map ist eine visuelle Darstellung der kausalen Zusammenhänge zwischen strategischen Zielen, organisiert entlang der 4 Perspektiven der Balanced Scorecard — Lernen/Entwicklung (unten), interne Prozesse, Kunden und Finanzen (oben). Die Strategiekarte wurde 2004 von Robert S. Kaplan und David P. Norton in „Strategy Maps: Converting Intangible Assets into Tangible Outcomes” als Ergänzung zur BSC eingeführt. Strategy Map am strategischen Hebelpunkt bedeutet: Die Map identifiziert nicht nur die Ziele, sondern den kausalen Pfad — und damit den Punkt, an dem eine Verbesserung die größte Hebelwirkung entfaltet.

Kaplan und Norton formulierten: „Man kann nicht managen, was man nicht messen kann. Man kann nicht messen, was man nicht beschreiben kann. Die Strategy Map beschreibt die Strategie visuell — sie ist die fehlende Verbindung zwischen Strategieformulierung und Strategiemessung.”

Aufbau: Ursache-Wirkungs-Ketten

Die Strategy Map liest sich von unten nach oben — jede Ebene treibt die darüberliegende:

Ebene 1 (unten): Lern- und Entwicklungsperspektive. Investitionen in Humankapital (Kompetenzen), Informationskapital (IT-Systeme) und Organisationskapital (Kultur, Führung). Beispiel: „Digitale Kompetenzen aller Vertriebsmitarbeiter aufbauen.”

Ebene 2: Interne Prozessperspektive. Verbesserte Prozesse, die durch die Investitionen in Ebene 1 ermöglicht werden. Beispiel: „Vertriebsprozess digitalisieren — von der Lead-Generierung bis zum Abschluss.”

Ebene 3: Kundenperspektive. Bessere Kundenergebnisse, die aus verbesserten Prozessen resultieren. Beispiel: „Angebotserstellung von 5 Tagen auf 24 Stunden reduzieren → höhere Kundenzufriedenheit.”

Ebene 4 (oben): Finanzperspektive. Finanzielle Ergebnisse, die aus Kundenloyalität und -wachstum resultieren. Beispiel: „Umsatzwachstum 15 %, EBITDA-Marge 12 %.”

Die Ursache-Wirkungs-Kette in diesem Beispiel: Digitale Kompetenz → digitaler Vertriebsprozess → schnellere Angebote → zufriedenere Kunden → Umsatzwachstum. Jeder Pfeil in der Strategy Map repräsentiert eine testbare Hypothese — „Wenn wir X verbessern, erwarten wir Y als Ergebnis.”

Was passiert ohne Strategy Map?

Ohne Strategy Map bleiben die 4 BSC-Perspektiven isolierte Listen. Führungskräfte sehen die KPIs in jeder Perspektive, verstehen aber nicht, wie sie zusammenhängen. Das Ergebnis: Investitionsentscheidungen basieren auf Intuition statt auf kausaler Logik. Ein Unternehmen investiert in IT-Systeme (Lernperspektive), ohne zu klären, welchen Prozess die IT verbessert (Prozessperspektive) und welchen Kundennutzen das erzeugt (Kundenperspektive).

Erstellung in 3 Schritten

Schritt 1: Definieren Sie 3–5 strategische Ziele pro BSC-Perspektive (max. 20 insgesamt).

Schritt 2: Verbinden Sie die Ziele von unten nach oben mit Ursache-Wirkungs-Pfeilen. Jede Verbindung beantwortet: „Wenn wir Ziel A erreichen, erwarten wir, dass es Ziel B vorantreibt — weil [kausale Logik].”

Schritt 3: Identifizieren Sie den strategischen Hebelpunkt — das Ziel in der Kette, dessen Verbesserung die größte Wirkung auf das Finanzergebnis hat. Hier konzentrieren Sie Ressourcen und Managementaufmerksamkeit.

Strategy Map ist nicht dasselbe wie…

… Balanced Scorecard

Die Strategy Map visualisiert Ursache-Wirkungs-Ketten zwischen strategischen Zielen, während die Balanced Scorecard Ziele, KPIs, Zielwerte und Maßnahmen pro Perspektive definiert. Die Strategy Map erklärt das „Warum” (kausale Logik); die BSC steuert das „Wie viel” (Messung).

… Wardley Map

Die Strategy Map visualisiert kausale Verknüpfungen zwischen strategischen Zielen (intern fokussiert), während eine Wardley Map die Evolutionsdynamik einer Wertschöpfungskette abbildet (extern fokussiert). Strategy Maps denken in Perspektiven; Wardley Maps denken in Komponenten und Evolution.

FAQ

Was ist eine Strategy Map?

Eine Strategy Map visualisiert die Ursache-Wirkungs-Ketten zwischen strategischen Zielen entlang der 4 BSC-Perspektiven. Kaplan und Norton (2004) entwickelten sie als „die fehlende Verbindung zwischen Strategieformulierung und Strategiemessung.”

Wie erstellt man eine Strategy Map?

3–5 Ziele pro Perspektive definieren, von unten nach oben verknüpfen (Lernen → Prozesse → Kunden → Finanzen), Hebelpunkt identifizieren. Jede Verbindung ist eine testbare Hypothese: „Wenn X, dann Y.”

Was ist der Unterschied zwischen Strategy Map und BSC?

Die BSC misst Ziele durch KPIs. Die Strategy Map erklärt, warum die KPIs zusammenhängen. BSC = Was wird gemessen? Strategy Map = Warum hängen die Messungen zusammen?

Wann braucht man eine Strategy Map?

Wenn die BSC implementiert ist, aber Verbindungen zwischen Perspektiven unklar bleiben. Besonders wertvoll für Strategie-Kommunikation — eine visuelle Seite statt eines Strategiedokuments.

Was sind typische Fehler?

Zu viele Ziele (>20), fehlende Kausallogik (Ziele ohne Verbindungen), keine Aktualisierung. Der häufigste: Pfeile zeichnen ohne kausale Begründung — die Verbindungen müssen als „Wenn-dann”-Hypothesen formulierbar sein.

Fazit

Die Strategy Map ist das visuelle Werkzeug, das die Balanced Scorecard von einer Kennzahlensammlung zu einem kausalen Steuerungssystem aufwertet. Ohne Strategy Map bleiben BSC-Perspektiven isoliert; mit Strategy Map wird der Hebelpunkt sichtbar — der Punkt in der Ursache-Wirkungs-Kette, an dem eine Verbesserung die größte Wirkung entfaltet.

Weiterführende Artikel:


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Quellen

  • Kaplan, Robert S.; Norton, David P.: Strategy Maps: Converting Intangible Assets into Tangible Outcomes. Harvard Business School Press, 2004.
  • Kaplan, Robert S.; Norton, David P.: The Balanced Scorecard. Harvard Business School Press, 1996.
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